ABGESAGT Hausbesuch 53: Umnutzung eines Jurastadels zum Wohnhaus in Eichstätt-Wasserzell

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Instandgesetzter Jurastadel, Altmühlstraße 19, 85072 Eichstätt/Wasserzell

Instandsetzung und Umbau eines denkmalgeschützten Jurastadels zum Wohnhaus in Eichstätt

Angesichts der gegenwärtigen Krisensituation im Land sehen wir uns veranlasst, den Hausbesuch in Eichstätt am 19.06.2020 abzusagen. Wir haben die feste Absicht, ihn zu gegebener Zeit nachzuholen.

Das Altmühlgebiet um Eichstätt nimmt in der Hauslandschaft Oberbayerns aufgrund des vor Ort verfügbaren Materials des Jurakalks eine Sonderstellung ein. Charakteristisch ist die Kalkplattendachdeckung mit einer konstruktiv optimalen Dachneigung um die 27 Grad. Das hohe Gewicht der Dachdeckung führt zu knappen Dachrändern an Traufe und Ortgang und gibt den Juragebäuden ihr kubisches Erscheinungsbild.

Ein ehemaliges Kleinbauernhaus aus dem Jahre 1437 bildet mit dem gegenüberliegenden Stadel eine ortsbildprägende Hofstelle direkt an der Auenlandschaft der Altmühl.
Der Stadel war in zwei Bauabschnitten errichtet worden. Der vordere Fachwerkteil von ca. 10 m x 10 m wurde im Rahmen einer dendrochronologischen Untersuchung auf das Jahr 1694 datiert und im Jahre 1859 querschnittsgleich um ca. 6 m mit sehr sorgfältig ausgeführtem Hausteinmauerwerk erweitert.
Dieser Stadel hatte seine ursprüngliche Nutzung verloren und diente zu Beginn der Instandsetzungsarbeiten als Garage und Lager. Zudem befand er sich in einem äußerst schlechten baulichen Zustand.

Im Fachwerkteil wurden die Individualräume untergebracht. Kochen, Essen und Wohnen wurden im Steinteil als „Allraum“ realisiert.

Um die konstruktive und gestalterische Vielfalt zu erhalten und außen sichtbar zu lassen, wurde sowohl der quadratische Fachwerkteil als auch seine querschnittsgleiche Erweiterung aus Bruchstein von innen mit Dämmputz aus Kalk und Blähglasgranulat ertüchtig und zusätzlich durch eine Wandheizung dauerhaft nachgetrocknet.
Die Fensteröffnungen passen sich in den Rhythmus der unregelmäßigen Fachwerkstruktur ein. Analog zum Fachwerk kamen Eichenfester mit geölter Oberfläche zur Ausführung.

Architekt: Marius Stadler, Eichstätt

Leitung: Dr. Vinzenz Dufter
Führung: Marius Stadler
Foto: Marius Stadler

Wir bitten um Anmeldung: Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V., Tel. 089 286629-0 oder baukultur@heimat-bayern.de

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