Über uns

Leitbild

Die Erhaltung und Fortführung der Baukultur in Bayern bedeutet für den Bayerischen Landesverein für Heimatpflege die Weiterentwicklung eines hochwertigen und lebenswerten Wohn- und Arbeitsumfeldes und damit eine hohe Verantwortung bei jedem Bauvorhaben. Um dies sicherzustellen und um die vielfältigen Themenfelder qualifiziert abzudecken, bedarf es eines breit aufgestellten Bauberatungsangebotes.

Tradition und Fortschritt

instandgesetzter südbayerischer Einfirsthof

Die Heimatpflege in Bayern ist seit 1902 bemüht, sichtbare Werte des natürlichen und gebauten Erbes zu bewahren und für die Zukunft weiterzuentwickeln – ohne die Vergangenheit zu verklären, sondern mit dem Wissen um heutige Landschaften und Siedlungen.

Die Variationsbreite regionaler Haustypen bietet auch Lösungen für aktuelle und zukünftige Bauvorhaben und Bedürfnisse. Die Bauberatung sieht ihre Aufgabe darin, diese Hausformen in unsentimentaler Weise weiterzuentwickeln und dabei die wenigen, aber entscheidend wichtigen übergeordneten Gebäudemerkmale zu beachten. Nur so kann sichergestellt werden, dass die bauliche Entwicklung wieder den Stellenwert und die Verantwortung findet, die sie über Jahrhunderte innehatte und die die gebaute Welt in Bayern überaus positiv prägte.

Einfügen in den örtlichen Kontext

Hofstelle in Gonnersdorf - Baugruppe aus neuem Hofladen und Alter Dorfschmiede

In der gegenwärtigen Baukultur ist die Tendenz festzustellen, dass der Individualismus immer mehr zunimmt. Man will sich selbst verwirklichen oder auch Haustypen adaptieren, die man in anderen Regionen oder Ländern, beispielsweise im Urlaub, kennengelernt hat. Bei aller individuellen Freiheit in der Gestaltung wird dabei oftmals die Rücksichtnahme auf die umgebende Kulturlandschaft mit ihrem eigenen Charakter, auf die benachbarte Bebauung und auf den örtlichen Kontext vernachlässigt.

Zeitgemäßes Bauen ist jedoch zugleich auch regionales Bauen bzw. Bauen im örtlichen Kontext. Der Dialog und die Wechselwirkung mit der natürlichen und der gebauten Umwelt müssen nach wie vor im Vordergrund stehen.

Städtebauliche Planungen

Innenentwicklung - Neue Dorfmitte Krumbach (A)

Um der Problematik eines zunehmenden Leerstands in gewachsenen Ortsmitten entgegenzuwirken und das Wohnen – auch für Senioren – in diesen Bereichen zu sichern, ist es notwendig, eine hohe Aufenthalts- und Lebensqualität in den gewachsenen Ortszentren sicherzustellen.
Um den ungebremsten Flächenverbrauch im ländlichen Raum einzudämmen, sollte die Realisierung verdichteter Wohnformen unterstützt werden. Außerdem würde dies eine nachhaltige Auslastung der bestehenden Infrastruktur bedeuten.
Bei allen städtebaulichen Planungen sollte der Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ vorrangig berücksichtigt werden.

Bau- und Denkmalpflege

denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude - Wohnen in der Schalterhalle

Der Erhalt und die Neubelebung historischer Bausubstanz stellen einen wesentlichen Beitrag innerhalb der gesamten heimatpflegerischen Arbeit dar. Das bauliche Erbe ist gebaute Erfahrung aus vergangener Zeit, die es in seinen wesentlichen Elementen weiterzugeben gilt, um damit raum- und landschaftsprägende Werte für die Zukunft weiterzuentwickeln.
Gerade in einer Zeit des Flächenverbrauches stellt dies neben der Umnutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Bausubstanz eine sinnvolle Möglichkeit dar, eine bereits besetzte Fläche neu und kreativ zu nutzen, ohne wertvolles Land neu zu verbrauchen.
Deshalb ist die Sichtbarmachung von entsprechenden Möglichkeiten eminent wichtig, um auch einer breiten Schicht von Menschen diese Art der Flächenressource anzubieten.
Zudem stellt die Instandsetzung eines denkmalgeschützten bzw.  "alten" Gebäudes einen nicht unerheblichen Beitrag zum ressourcenschonenden Bauen dar. Die im Gebäude gebundene „Graue Energie“ bleibt auf diese Weise erhalten.

Das Denkmalnetz Bayern ist beispielsweise institutionell und
organisatorisch beim Landesverein angesiedelt.